Die Gründungszeit Ende der 30er Jahre

Bis zum Jahre 1939 bestanden in ländlichen Gemeinden meist nur in loser Form zusammengeführte Löschmannschaften. Laut Protokoll haben sich zum Gründungstag 45 Männer bereit erklärt der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Mit der Führung wurde die heute noch bekannten Herren Albert Baumgärtner und Friedrich Heiß sowie Wilhelm Schilling betraut.

Kaum eingekleidet mussten viele Wehrmänner ihre Uniform mit dem Soldatenrock vertauschen. So auch die Führer (wie man sie damals nannte) Albert Baumgärtner und Wilhelm Schilling.

Durch die fortdauernde Bedrohung durch Luftangriffe entschloss sich die Gemeinde zur Anschaffung einer Metz-Motorspritze, die in einem TSA untergebracht war mit welcher die Wehr auch dreimal in Mannheim eingesetzt wurde. Auch in Reichartshausen kam die Wehr beim Einmarsch der Amerikaner beim Scheunenbrand Streib zum Einsatz.

Die Nachkriegsjahre

Nach der Rückkehr der Wehrmänner aus dem Krieg musste die Wehr neu aufgebaut werden. Kommandant Baumgärtner stellte sein Amt zur Verfügung und Friedrich Heiß und sein Stellvertreter Wilhelm Dentz begannen mit dem Neuaufbau der Wehr.

Das Jahr 1956 war für die Wehr ein ereignisreiches Jahr. Kommandant Heiß gab aus gesundheitlichen Gründen sein Amt an seinen Nachfolger Oberlöschmeister Alfred Eckert ab und wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Von der Fa. Ziegler wurde eine TS 8/8 für 3.650,00 DM durch die Gemeinde gekauft, wofür sich die Wehr sehr zu Dank verpflichtet fühlte.

Erst das Jahr 1965 brachte mit den Vorbereitungen zur 25jährigen Jubiläumsfeier mit gleichzeitiger Einweihung des neuen Gerätehauses im Rathaus viel Arbeit und Mühe. Der damals stellv. Kommandant Wilhelm Dentz trat nach über 20jähriger Tätigkeit zurück und wurde durch Franz Parstorfer ersetzt.

Führungswechsel in den frühen 70er Jahr

Nach einigen ruhigen Jahren trat der amtierende Kommandant Alfred Eckert nach 16jähriger Verantwortung zurück und wurde zum Ehrenkommandant ernannt. Ab dem 01. Januar 1971 fungierten als Kommandant Brandmeister A. Sutter und als sein Stellvertreter Oberlöschmeister R. Brandt. Unter dieser Ära beginnt für die Wehr die Schulung zur Ablegung der Prüfung für das Leistungsabzeichen. Der 1. November 1972 war für unsere Wehr ein besonderer Tag. Einige Feuerwehrmänner zusammen mit der Gemeindeverwaltung überführten das neue LF 8, das der Firma Ziegler in Auftrag gegeben wurde. Für die Gemeinde Reichartshausen und ihrer Wehr damals sicher ein großer Fortschritt, denn zuvor wurden die Löschgeräte von Hand oder von Traktoren gezogen.

Nach Übernahme des Kommandos im Januar 1976 durch Karl Sigmann und dessen Stellvertreter Walter Hack wurde die Wehr weiter ausgebildet, um den vielseitigen Aufgaben gerecht zu werden.

Die örtlichen Gegebenheiten erforderten die Anschaffung eines Schlauchanhängers im Jahre 1977. Im selben Jahr übernahm Emil Sauer das Amt des stellvertretenden Kommandanten.

Am 28./29. Juni 1980 konnte auf ein 40jähriges Bestehen der Freiw. Feuerwehr zurückgeblickt werden.

Im Jahre 1982 wurde im Rhein-Neckar-Kreis die Funkalamierung eingerichtet, in dessen Zuge auch unsere Feuerwehr sich mit Funk ausstattete. Bei vielen Einsätzen zeigte sich, dass Kunststoffe ohne Atemschutzgeräte nicht mehr bekämpft werden konnten. Aufgrund dessen beschloss die Gemeindeverwaltung 1982 den Kauf von vier Atemschutzgeräten.

Die Freiwillige Feuerwehr musste sich immer wieder neuen Aufgaben stellen, so dass es nur eine Frage der Zeit war, wie lange die technischen Geräte noch ausreichten. So war im Jahr 1986 die Überlegung ein technisches Hilfsmittel anzuschaffen, das umfangreicher und ausgereifter der Wehr dienen konnte.

Ein Tanklöschfahrzeug kommt nach Reichartshausen

Am 15. September 1986 wurde das TLF 16/25 in Auftrag gegeben und konnte bereits am 28. Oktober 1987 geliefert werden. Die Einweihung des Fahrzeuges erfolgte am 17. November 1987.

Im Jahre 1988 wurde Emil Sauer von Bruno Dentz als stellvertretender Kommandant abgelöst. Um für die Zukunft genügend aktive Feuerwehrmänner und –frauen zu haben, wurde schon seit längerer Zeit geplant, eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Durch intensives Werben konnte dann am 04. Dezember 1989 die Gründung einer Jugendfeuerwehr erfolgen. 14 Jugendliche, darunter zwei Mädchen waren bei der Gründungsversammlung anwesend und wurden durch Bürgermeister Zimmermann verpflichtet. Die Führung der Jugendfeuerwehr übernahmen Werner Baumgärtner, Volker Eckert und Thomas Schilling.

Im Jahre 1990 konnte die Freiw. Feuerwehr auf eine 50jährige Geschichte zurückblicken. Dies wurde am 19./20. Mai 1990 gebührend gefeiert.

Das neue Feuerwehrgerätehaus Anfang der 90er entsteht

Am 12. Oktober 1991 konnte der Spatenstich für da neue Feuerwehrgerätehaus in der neuen Industriestraße vorgenommen werden, das nach 19 monatiger Bauzeit am 15. Mai 1993 eingeweiht wurde und wohl zu den Höhepunkten unserer Wehr zählt.

Vom 07. bis 11. Juli 1994 fand auf dem Zeltplatz beim alten Sportplatz das Jugendfeuerwehrzeltlager des Unterkreises Waibstadt und Sinsheim statt, das seit dem alle zwei Jahre im Unterkreis Waibstadt ausgerichtet wird.

Mit Wirkung zum 01. Januar 1993 trat Karl Sigmann aus gesundheitlichen Gründen nach 17 Jahren von seinem Amt als Kommandant der Feuerwehr zurück. Der Nachfolger wurde Bruno Dentz, der auch heute noch im Amt ist, sein Stellvertreter wurde Udo Dentz.

Am 18. Dezember 1995 konnte ein weiteres Fahrzeug, und zwar ein Mannschaftstransportwagen (MTW) übernommen werden.

Am 01. Januar 1998 trat Udo Dentz, aus beruflichen Gründen von seinem Amt als stellvertretender Kommandant zurück und Werner Baumgärtner wurde als Stellvertreter berufen.

Am 20. Mai 2000 konnte unsere Jugendfeuerwehr auf ein 10 jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum wurde mit einem Spieletag verbunden.

Ein Löschgruppenfahrzeug wird Anfang der 2000er in Dienst gestellt

Im Jahr 2002 konnten wir das neue Löschfahrzeug LF 8/6 in übernehmen. Hiermit wurde offiziell die Ersatzbeschaffung für den zuvor 30 Jahre alten Opel Blitz abgeschlossen. Auf die Anschaffungskosten von 139.000,00 EUR wurden immerhin 62.000,00 EUR an Zuschuss gewährt. Der Gemeinde verblieb ein Finanzierungsanteil von ca. 76.000,00 EUR.

Nach Beschaffung des Löschfahrzeugs absolvierte in den Jahren 2002 – 2005 einige Feuerwehrkameraden unter der Leitung der Gruppenführer Volker Eckert und Hans-Peter Hauck das Feuerwehr-Leistungsabzeichen Baden Württemberg für Gold.

Nach 10 Jahren als stellvertretender Kommandant trat Werner Baumgärtner 2008 von seinem Amt zurück.

Als Nachfolger stelle sich Tobias Baumgärtner zur Verfügung. Seither führen Bruno Dentz und Tobias Baumgärtner die Wehr gemeinsam.

Doch damit ist die ehrenamtliche Tätigkeit von Werner Baumgärtner noch lange nicht beendet. Seit 2008 kümmert er sich als Obmann der Altersmannschaft um die regelmäßige Teilnahme an den Treffen der Altersabteilungen im Unterkreis Waibstadt und der Organisation von Ausflügen bzw. Veranstaltungen zur Pflege der Kameradschaft der gesamten Wehr.

Die Jahre 2008 bis heute waren sehr geprägt von immer wieder kommenden Veränderungen der Feuerwehrtechnik.

Führungswechsel innerhalb der Jugend

Nach zahlreichen Wechseln in der Führung der Jugendfeuerwehr übernahm Christian Fuhrmann 2012, die Betreuung bzw. Führung der Jugendabteilung. Er legte neue Grundsteine und Impulse für die künftige Arbeit der Jugend. Seither hat sich die immer wichtiger werdende Jugendarbeit sehr gut entwickelt und erlebt guten Zuspruch. Jedoch musste Christian Fuhrmann Ende 2015 sein Amt als Jugendwart aus beruflichen Gründen wieder niederlegen und das Amt des Jugendwartes wurde an Oberfeuerwehrmann Alexander Roller weitergegeben. Zusammen mit seinem Stellvertreter, Stefan Schilling, konnte die Jugend weiter ausgebaut und modernisiert werden.

Im Jahr 2018 erreichte die Jugendfeuerwehr ihren bisherigen Rekordstand von rund 30 Mitgliedern. Davon rund die Hälfte Mädchen. Gleichzeitig gibt es aber auch einen Wechsel in der Führung, der stellvertretende Kommandant, Tobias Baumgärtner, muss aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben, sein Bruder Klaus Baumgärtner führt seitdem das Amt weiter.

Als Wunsch für die Zukunft unserer Wehr, bleibt nur die allzeit gute Heimkehr unserer Kameradinnen und Kameraden von den Einsätzen zu wünschen und die Pflege der Kameradschaft.